04/07/2014 - 15:20
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Löw vor WM-Viertelfinale gegen Frankreich "siegessicher"
AFP / Patrik Stollarz
Löw gibt sich vor Frankreich-Spiel entspannt
Bundestrainer Joachim Löw steht vor dem WM-Viertelfinale am Abend
gegen Frankreich unter gehörigem Druck. Doch das ficht ihn
offensichtlich nicht an. "Dass der Druck immer relativ groß ist, dass es
unterschiedliche Meinungen gibt, das ist normal", sagte Löw vor dem
Spiel im legendären Maracana-Stadion von Rio de Janeiro. Um seine
Aufstellung, und ob er Kapitän Philipp Lahm, wie von vielen gefordert,
in die Abwehr stellt, bleibt bis zuletzt geheim.
afp.com / /
Mögliche Mannschaftsaufstellungen
Nein, Druck verspüre er nicht, sagte der Bundestrainer: "Ich bin
tiefenentspannt". Dabei lächete er, zugleich wirkte er im Bauch des
Maracana sehr konzentriert. Und er tat, als habe es die Diskussionen der
vergangenen Tage vor allem um die Position von Philipp Lahm nicht
gegeben. Das sei ja "nicht Neues" für ihn, sagte Löw. Wo Lahm nun
spielen wird, verriet er nicht, er sagte nur: "Wir machen uns vor jedem
Spiel Gedanken, was am Besten für die Mannschaft ist. Es gibt nie
Entscheidungen, die für ewig zementiert sind."
Das dürfte vielleicht auch für ihn gelten: Sollte die deutsche
Nationalmannschaft auch im vierten Anlauf unter der Regie des
54-Jährigen das hoch gesteckte Ziel nicht erreichen, dürfte das ganze
System Löw ins Wanken geraten - Vertrag bis 2016 hin oder her. Doch
daran verschwenden die DFB-Verantwortlichen (noch) keine Gedanken. Dass
darüber diskutiert werde, was aus ihm womöglich werde, sei auch "nichts
Außergewöhnliches", betonte Löw in aller Gelassenheit.
AFP / Carl de Souza
Hitzige Debatte um Lahm-Position
Die Frage ist: Springt Löw gegen die Franzosen über seinen Schatten?
Wirft er seinen ursprünglichen WM-Plan um und zieht Lahm (30) in die
Abwehr zurück? Oder hält er stur an seinen Prinzipien fest. "Es gibt
alle Möglichkeiten", versicherte Löw - und ergänzte grinsend, man werde
am Freitag "sehr schnell sehen, wo er spielt". Lahm ist jedenfalls
gesund, ebenso wie jene sieben Spieler, die in den vergangenen Tagen
eine kleine Erkältung mit sich herumtrugen.
Sollte Lahm wie in den letzten 50 Minuten gegen Algerien auf der
rechten Seite verteidigen, hätte dies für andere Positionen
weitreichende Folgen. Jerome Boateng würde wohl wie bei der WM 2010 auf
die linke Seite der Abwehr rutschen, Mats Hummels, der laut Löw "auf
jeden Fall" auflaufen kann, wird neben Per Mertesacker innen
verteidigen. Und den frei gewordenen Platz vor der Abwehr könnte Sami
Khedira neben Bastian Schweinsteiger einnehmen - wie bei den Turnieren
2010 und 2012.
afp.com / /
Deutschland - Frankreich
Es gibt nicht wenige, wohl auch in der Mannschaft, die dieser
Variante positiv gegenüber stehen. Vereinskollege Manuel Neuer hält
einen Außenverteidiger Lahm für eine Bereicherung für das deutsche
Spiel. "Philipp sorgt für mehr Schwung", sagte der Torhüter, es käme
über außen "mehr Druck" im Gegensatz zur bisherigen Defensiv-Variante
mit vier Innenverteidigern auf einer Linie. Dann sei auch das deutsche
Spiel, "schwieriger zu verteidigen".
Zum Erfolg soll diesmal auf jeden Fall auch der Mythos Maracana
beitragen. "Nehmt dies am Freitag mit dem Ziel an, möglichst zweimal
dort zu spielen. Ihr habt es drin. Ihr habt es sicher drin. Wir glauben
fest daran", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach mit Pathos. Im
legendären Maracana findet am 13. Juli auch das angestrebte Finale
statt. Es sei "ein würdiger Ort, um Spuren zu hinterlassen" - Freitag
wäre "ein guter Zeitpunkt", twitterte Franz Beckenbauer und schickte ein
Bild von seinen Fußabdrücken mit, die in Maracana eingelassen sind.
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Maracana-Stadion
Zunächst wartet jedoch Frankreich. "Schritt für Schritt" müsse man so
ein Turnier angehen, betont Löw, und der nächste sei beschwerlich
genug. "Wir messen uns auf Augenhöhe mit einer Klassemannschaft, die mit
uns mit Sicherheit auf Augenhöhe sein wird", sagte der Bundestrainer -
aber das heiße nicht, dass seine Mannschaft eingeschüchtert sei: "Wir
sind gut vorbereitet, siegessicher, selbstbewusst."
In der Tat: Frankreich, hat Manuel Neuer beobachtet, schwimme auch
ohne seinen Münchner Vereinskollegen Franck Ribéry "auf einer
Euphoriewelle". Die Franzosen spielten "nicht den perfekten Fußball,
aber sie gewinnen ihre Spiele." Aber, wird schon werden, beteuert Löw:
"Wir gehen mit allem Selbstbewusstsein, das wir haben, in dieses Spiel."
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