Antrag Spaniens auf Finanzhilfe "in den kommenden Tagen"

Antrag Spaniens auf Finanzhilfe "in den kommenden Tagen"

Luxemburg (AFP)
Spaniens Regierung will "in den kommenden Tagen" offiziell um Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds für den angeschlagenen Bankensektor des Landes bitten. Dieser Schritt sei nur noch eine "reine Formalie", sagte Spaniens Finanzminister Luis de Guindos in Luxemburg vor einem Treffen der Eurogruppe. Die Euro-Zone muss sich zudem auf eine Anpassung des Hilfsprogramms für Griechenland einstellen.
Das Wichtigste sei zunächst die Vorlage eines Berichts zum Finanzbedarf der spanischen Banken, sagte de Guindos. "Davon ausgehend werden wir einen Fahrplan für die Kapitalspritze erarbeiten." Zwei Beratergesellschaften waren damit beauftragt worden, den Finanzbedarf des angeschlagenen spanischen Bankensektors zu ermitteln. Die Ergebnisse sollten am Nachmittag in Madrid vorgelegt werden.
Die Euro-Länder haben Spanien bereits Mittel in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro aus dem Euro-Rettungsfonds in Aussicht gestellt. In dem erwarteten Bericht zum Finanzbedarf werde keine genaue Zahl, sondern eine Spanne genannt, die aber "bei Weitem" unter den 100 Milliarden liege, sagte der Koordinator der Eurogruppe, Thomas Wieser, der Nachrichtenagentur AFP. Der Betrag der Finanzhilfe aus dem Euro-Rettungsfonds soll einen Sicherheitspuffer enthalten und wird somit am Ende über dem ermittelten Bedarf liegen.
Spaniens Regierung will "in den kommenden Tagen" offiziell um Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds für den angeschlagenen Bankensektor des Landes bitten. Die Euro-Länder haben bereits Mittel in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
Zweites wichtiges Thema der Eurogruppen-Beratungen war die Lage in Griechenland. Nach der Regierungsbildung in Athen steht der Eurozone nun eine Neuverhandlung des Sparprogramms des Landes bevor. "Das bisherige Programm ist nicht mehr gültig, weil es so weit aus der Spur geraten ist", sagte Wieser. Durch den wochenlangen politischen Stillstand ohne Regierung sei Griechenland bei der Umsetzung von Reformen und dem Verkauf von Staatsbesitz "Monate hinter den Zeitplänen".
Eine Erleichterung der Auflagen ist in der Eurozone umstritten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich zuletzt mehrfach gegen eine Lockerung oder zeitliche Streckung der Auflagen ausgesprochen. Ohne Griechenland zu nennen, forderte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Luxemburg, Verabredetes auch umzusetzen.
Schäuble kritisierte zudem die Debatte um den Aufkauf von Staatsanleihen durch den Euro-Rettungsfonds: "Wir brauchen nicht ständig neue Überlegungen in der Öffentlichkeit, als hätten wir nicht längst präzise Vereinbarungen getroffen." Der Fonds könne Staatschulden unter bestimmten Bedingungen am Markt aufkaufen, allerdings nur nach "Vereinbarung eines entsprechenden Anpassungsprogramms".
Italiens Regierungschef Mario Monti hatte vorgeschlagen, dass der Euro-Rettungsfonds Staatsanleihen angeschlagener Euro-Länder kaufen soll, wenn die Staaten erfolgreich Reformen und Sparmaßnahmen umsetzen. Eine solche Unterstützung solle nichts mit einem offiziellen Hilfsprogramm zu tun haben.
Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici wies in Luxemburg das "Gerücht" zurück, die Regierung in Paris wolle ihn als nächsten Vorsitzenden der Eurogruppe durchsetzen. "Das ist schmeichelhaft, aber es gibt andere Ideen", sagte Moscovici und lobte die Arbeit des derzeitigen Eurogruppen-Präsidenten Jean-Claude Juncker. Die Bundesregierung hatte dafür geworben, dass Schäuble den Posten mit Ablauf von Junckers Amtszeit im Juli übernimmt.   copiado : http://www.afp.com

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