03/27 | 17:02 GMT
©AFP / Janek Skarzynski
Gauck und Komorowski
Komorowski wertete es als wichtige Geste, dass Gauck seine erste Auslandsreise als Präsident nach Warschau unternahm. Der Besuch drei Tage nach Gaucks Vereidigung sei ein "Symbol" dafür, dass die deutsch-polnischen Beziehungen "weiter gehen als eine ganz normale Aussöhnung", sagte Komorowski. Gauck erwiderte, er habe die Entscheidung für die Reise "aus dem Herzen" getroffen. Für ihn sei Polen "das europäische Land der Freiheit".
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Tusk (l.) und Gauck
Auf einer Pressekonferenz im Präsidentenpalast umarmten sich die beiden Staatsoberhäupter, nachdem Komorowski seinem Gast ein Wahlplakat der Gewerkschaft Solidarnosc aus dem Jahr 1989 als Geschenk überreichte. Am Vorabend hatte Komorowski den Bundespräsidenten und dessen Lebensgefährtin Daniela Schadt zu einem dreistündigen Privattreffen empfangen, dessen Atmosphäre von Teilnehmern als "außergewöhnlich herzlich" beschrieben wurde.
Gauck forderte seine Landsleute auf, Polen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. "Seit meiner Lebenszeit gucken die Deutschen nach Westen", sagte er. Er wünsche sich eine "Blickerweiterung" nach Osten hin: "Wir haben viel zu lernen von unseren polnischen Nachbarn", deren Freiheitsstreben er bewundere. Komorowski sagte, in den Beziehungen sei "sehr vieles gelungen". Der Austausch könne aber noch intensiver werden.
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Bei ihren Bemühungen haben die beiden Präsidenten insbesondere junge Menschen im Blick. Sie vereinbarten unter anderem einen gemeinsamen Auftritt an der Viadrina-Universität in Frankfurt an der Oder. Außerdem berieten sie darüber, wie sie junge Deutsche und Polen unkonventionell zusammenbringen können - "vielleicht auf einem großen Rockfestival", sagte Gauck.©AFP
ANIMATION: Bundespräsidenten
Gauck hob nach dem Treffen besonders die proeuropäische Orientierung Polens hervor: Er sei "erfreut, dass sich Polen so dezidiert der Stabilitätspolitik angeschlossen hat". Deutschland seinerseits wolle seiner Verantwortung in der Krise gerecht werden: "Die Wahrheit ist, dass wir Geld, manchmal auch viel Geld, in eine unsichere Situation hinein investieren müssen."
Eine wichtige Rolle kann Polen nach Gaucks Ansicht auch als Mittler zwischen der EU und seinen östlichen Nachbarländern Weißrussland und Ukraine spielen. Er hoffe, dass Polen "durch Verhandlungsgeschick und Nähe" auf diesen Teil Europas einwirke, "von dem wir noch mehr Anstrengung für die Demokratie verlangen können", sagte Gauck.
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